Vorgeschichte 19. Jahrhundert


Das Zuhause als selbstverständlicher Ort des Krank-Seins, Gesund-werdens oder Sterbens.

Die Versorgung und Pflege kranker Mitglieder der Gesellschaft galt bis weit ins 19. Jahrhundert als eine der selbstverständlichen Aufgaben, die im Haus als Zentrum des Lebens von der Familie wahrgenommen wurden.(1)


Die Aufgabe der Spitäler

Die traditionellen Hospitäler, so auch das Spittel in Sarnen, hatten in erster Linie die Aufgabe, arme Kranke und unverheiratete Wöchnerinnen auzunehmen und dienten gleichzeitig als Armenhaus und Gefängnis. (2)

Die Situation veränderte sich mit der Industrialisierung, mit den Fortschritten der Medizin und mit den Ansätzen einer Professionalisierung im Pflegeberuf (Florence Nightingale).


Die ersten Ausbildungsstätten für Pflegende

Gegen Ende des Jahrhunderts entstanden die ersten Ausbildungsstätten für Pflegende auf Initiative des Roten Kreuzes (Lindenhof Bern, La Source, Lausanne) und religiöser Ordensgemeinschaften (katholische Pflegeorden und evangelische Diakonissenhäuser). Diese Organisationen wirkten vor allem in öffentlichen Spitälern, während die Privatpflege freies Betätigungsfeld für "Autodidakten" bildete. (3)


Geschichten zur Geschichte

Dr. med. Anna Heer, Gründerin der Pflegerinnenschule Zürich, berichtet anlässlich eines Kongresses für die Interessen der Frau:

"Allenthalben gibt s bei uns noch Frauen, die ganz zufällig einmal Gelegenheit hatten, Kranke zu warten, Geschicklichkeit dafür zeigten und Geschmack daran fanden, eine Empfehlung von Patientin oder Arzt zu erhalten wussten, und von dem Moment an als Krankenwart von Beruf ihr Brot suchten und ach fanden. (...) Das Hauptkontingent unserer Krankenwärterinnen, nicht der Vorgängerinnen, geht aber doch durch die Spitäler. Wo diese nicht von Ordensschwestern versehen sind, werden Laien zur Pflege herangezogen. Meistens sind es unbemittelte Bauerntöchter und strebsame Dienstmädchen, die sich dafür melden, und von der Spitalverwaltung ohne ängstliche Auswahl der Persönlichkeiten angestellt werden."

Man erzählt, dass der Landarzt Dr. Melchior Stockmann (der Vater des Gründers) „als erster in Obwalden am 6. Mai 1876 einen Kaiserschnitt durchgeführt hat, und dies in einem Ramersberger Bauernhaus auf dem Küchentisch. Die Mutter (…) starb allerdings am folgenden Tag, das Kind (…) überlebte.(4)

(1) Vgl. von Flüe Niklaus: 100 Jahre Schule für Krankenpflege Sarnen, 2003
(2) vgl. Fritschi A.: Zur Professionalisierung der Krankenpflege in der Schweiz, 1982
(3) vgl. Fritschi A.: op. cit.
(4) vgl. von Flüe Niklaus: op. cit.